TAGE DER ANARCHISTISCHEN IDEEN UND PUBLIKATIONEN > 27 - 29 MAI 2016 > BERLIN

Posts by: ausloeser


DISKUSSION: Die Ausweitung des sozialen Konflikts

SONNTAG – 12 UHR Für Anarchist*innen ist es nötig, ihre eigenen Perspektiven auf autonome Art und Weise zu entwickeln und die eigenen Ziele und Zeiten gemäß den eigenen Überlegungen und Verlangen zu entscheiden. Manchmal aber gibt es Winde des sozialen Protestes, die uns interessant erscheinen, weil sie den sozialen Frieden gefährden und da wir feststellen, dass unsere Ideen und Praktiken bei manchen Anklang finden. Zwei Entwicklungen sind in dieser Situation möglich: Entweder die Rückkehr zur Normalität, oder eine Ausweitung und Vertiefung des Konfliktes, ein Bruch mit denen, die die Revolte in die Pfade der (auch radikalen) Politik kanalisieren wollen. Für Anarchist*innen stellt sich die Frage, wie Intervenieren, um die zweite Möglichkeit voranzutreiben. Wir werden darüber sprechen, was in den letzten Monaten in Frankreich passiert, als Beispiel einer Bewegung, die uns interessiert und dessen vorerst Entwicklung offen bleibt.

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DISKUSSION: Warum Eigentum unser Leben zerstört…

SAMSTAG – 13 UHR Wie verändert sich der Kiez und was hat Eigentum damit zu tun? Wer und was sorgt dafür, dass Herrschaft, also auch die Eigentumslogik, aufrechterhalten wird? Wie sind diese angreifbar und wie können wir anders leben? Warum können sich manche so viel leisten und andere nichts? Warum haben manche mehrere Häuser, während andere aus ihrem Zuhause verdrängt oder gar zur Flucht gezwungen werden? In unseren Leben treffen wir andauernd auf Vorschriften und Gesetze. Diese sollen dazu dienen Grenzen der Herrschenden zu achten und zu fürchten, alles im Namen von Eigentum und Macht. Könnten wir uns das nicht alles ersparen? Wie könnte es ein Leben ohne Eigentum geben, in dem alles für alle nach ihren Bedürfnissen und Notwendigkeiten zur Verfügung steht? Eine solche Annahme wäre fatal für die bestehende Ordnung, denn Grenzen würden sich auflösen, Nationen zerbröseln, Geld wäre überflüssig. Es scheint, als würde das Chaos ausbrechen – wohl aber hauptsächlich in unseren Köpfen, weil wir es nicht gewohnt sind zu teilen und ohne Gier zu leben. Alles nur Utopie? Lasst uns gemeinsam ergründen, inwiefern Grenzen, Eigentum und Herrschaftsstrukturen mit Migration, Wohnungsnot und Gentrifizierung verknüpft sind, wie die herrschende Ordnung zerstört und ein solidarisches Miteinander Wirklichkeit werden kann.

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DISKUSSION: Anarchismus und Tierbefreiung

SAMSTAG – 11 UHR Ist es wirklich so verwunderlich, wenn Nazi-Veganer für Tierrechte flyern und seit Neustem durch Internet-Kochshows auf sich aufmerksam machen? Von Seiten „der Bewegung“ werden derartige Ereignisse stets als Vereinnahmungen abgetan. Seltenst wird der Frage nachgegangen, warum Faschist_Innen gewisse Positionen überhaupt vereinnahmen können und was das über besagte Positionen aussagt. Das Ausspielen des Leides der Tiere gegen gewisse Menschengruppen ist im Übrigen keine Erfindung der sogenannten autonomen Nationalisten, denn bereits Richard Wagner war der Ansicht, das deutsche Volk solle sich mit Tierschützern, Asketen und Vegetariern verbünden, um gegen die jüdische Aggression zu kämpfen. Doch auch der sich selbst als emanzipatorisch verstehenden Tierrechts- beziehungsweise Tierbefreiungsbewegung fehlt es nicht an (eigenem) regressivem Gedankengut. Beispielhaft hierfür sind unter anderem der sich hartnäckig haltende „Holocaustvergleich“ oder die unsäglichen Anti-Abtreibungspositionen. Die Auseinandersetzung mit derartigen Ausfällen stellt die Grundlage für eine Haltung dar, der weder das Leid der Menschen, noch das der Tiere egal ist. Bei genauerer Betrachtung drängt sich der Verdacht auf, dass das Problem in den Prämissen der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung liegt. Daher wollen wir diese zur Diskussion stellen. Ist der Antispeziesismus notwendige Voraussetzung einer anarchistischen Kritik des Mensch-Tier-Verhältnisses oder steht er einer solchen gar im Weg? Worauf verweisen die Begriffe Tierrechte und Tierbefreiung? Handelt es sich beim Anthropozentrismus um ein verwerfliches Konzept? Stellen Bio- oder Pathozentrismus eine wirkliche Alternative dar oder führen sie zur viel beschworenen Abwertung des Menschen? Braucht es anarchistische Alternativen zu diesem Konzept und wenn ja, gibt es diese bereits oder wären sie erst zu entwickeln?

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AUSTAUSCH: Fünf Thesen zur Diskussion über die „Flüchtlingskrise“

FREITAG – 18 UHR Wir laden ein zum Austausch über den Text Fünf Thesen zur Diskussion über die „Flüchtlingskrise“. Download Onlinebroschüre oder Druckbroschüre Diese Diskussionen stellen einen Versuch dar, anarchistische Debatten anzustoßen und zu verbreiten. Wir wollen weder Expert_innen noch Konsument_innen, aber einen Austausch auf Augenhöhe. Wir wollen unsere Ideen und Vorstellungen teilen und diskutieren um unsere Kritik zur alltäglichen Praxis zu schärfen. Dafür wird ein Text zur Diskussion vorgeschlagen und gemeinsam diskutiert. Es ist nicht damit zu rechnen, dass in den nächsten Jahren oder gar Jahrzehnten, die Migrationsbewegungen enden werden. Kriege, globale Ausbeutung, Umweltzerstörung und Klimawandel werden im Gegenteil dazu führen, dass sich noch mehr Menschen in Richtung des „Paradies Europa“ in Bewegung setzten werden. Wir denken es wird deshalb notwendig sein, herauszuarbeiten, was mögliche Szenarien sind, wie sich unsere Feinde verhalten werden und wie sich die „Situation“ entwickeln könnte um unser Handeln besser auszurichten. weitere Infos auf austausch.noblogs.org

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Communication in the digital era

SUNDAY 11:00 A.M. To carry out an anarchist struggle means also to always search for ways of communication. Not only amongst comrades, but also in the social environment, which surrounds the terrain of a struggle. Communication does not only mean to try to maneuver oneself out of the position of isolation, but also to confront our ideas with the world surrounding us and to put possibilities of social revolt to the proof (in which one is neither spectator, nor avantgarde). When communication is an elementary component of an anarchist project – how do we deal with the ongoing digitalisation of communication within this highly technological society? What effects does digitalisation have and which opportunities and dangers does it provide in our eyes? What means the development of discussions and relationships of affinity in a society, in which face to face communication without technological apparatuses and digital alienantion becomes more and more a scarcity? To outline some experiences and concrete examples we want to discuss about the question what digitalisation means for our projects and our attempts to communicate, also by means of a journal project. Kommunikation im digitalen Zeitalter SONNTAG 11:00 UHR Einen anarchistischen Kampf zu führen, bedeutet auch immer Wege der Kommunikation zu suchen. Nicht nur unter Kumpanen und Kumpaninnen, sondern ebenso in dem sozialen Umfeld, welches das Terrain eines Kampfes umgibt. Kommunikation bedeutet nicht nur zu versuchen sich aus einer Position der Isolation heraus zu manövrieren, sondern ebenso unsere Ideen mit der uns umgebenden Welt zu konfrontieren und Möglichkeiten der sozialen Revolte (in denen man weder Zuschauer noch Avantgarde ist) auf die Probe zu stellen. Wenn Kommunikation für uns also ein elementarer Bestandteil eines anarchistischen Projektes ist – wie gehen wir mit der fortschreitenden Digitalisierung von Kommunikation innerhalb dieser hoch-technologischen Gesellschaft um? Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung...

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LESUNG + DISKUSSION: Eigenwilliger Ungehorsam

SONNTAG 14:00 UHR Wir können nicht mehr sagen, dass der Krieg die Zeiten des Friedens unterbricht, vielmehr befinden wir uns im permanentem Kriegszustand, nur ist der Ort an dem wir leben vergleichsweise friedlich, das heißt von offenen Kampfhandlungen verschont. Aber auch das ändert sich drastisch, denn als eine wahllose Handlung bezüglich der Ziele ist auch der Terror Teil eines jeden Krieges, dessen Logik immer wahllos und indifferent gegenüber der Verantwortung ist. Und deshalb ist jeder Krieg, egal ob er im Namen einer Nation, eines Volkes, einer Religion oder demokratischer Werte geführt wird jeder Freiheit entgegengesetzt. Krieg findet gegen die Bevölkerung statt und setzt einen militärischen Apparat voraus der auch gegen die „eigenen“ Soldaten handelt und hat somit nie einen befreienden Charakter. Heute, wo wir uns nicht länger die Frage stellen ob, sondern nur noch wann der offene Krieg hier ankommt und sich nicht mehr lediglich in einer Militarisierung des Alltags ausdrücken wird, brauchen wir dringender denn je konkrete Kämpfe gegen jede Form der Mobilmachung, Militarisierung und des Militarismus, gegen Gehorsam und Religion. Die repressive Restrukturierung, also die Vorbereitung des permanenten Ausnahmezustandes, um ihn selbst und seine „erforderlichen“ Maßnahmen zu legitimieren schreitet voran und wir werden uns zwangsläufig an dem Punkt wiederfinden an dem das Terrain von Soldaten besetzt wird, nicht erst dann müssen wir uns die Frage stellen was tun. Wir wollen eine offene Diskussion versuchen, die sich nicht im theoretischen verläuft, sondern darum bemüht ist Ideen zu spinnen die auf eine konkrete also praktische Kampfperspektive im eigenen Kontext hinarbeiten. Verknüpft mit der Frage, wie wir Verbindungen schlagen können die ihre Stärke nicht aus dem Versammeln unter dem Namen oder Rahmen einer Kampagne schöpfen, sondern aus lokalen Initiativen, die ihr Ausdruck verbindet. Einführend wollen wir zwei kurze Textausschnitte aus dem Buch „Eigenwilliger Ungehorsam“ von Wolfi Landstreicher vorlesen, die vielleicht...

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READING OUT + DISCUSSION: Willfull Disobedience

SUNDAY 2:00 P.M. We can not say anymore that war is interrupting the times of peace, rather we find ourselves in the permanent state of war, but the place in which we live is comparatively peaceful, which means there are no open acts of warfare. But this also changes drastically, because terror, as a random act concerning its aims, is likewise part of every war – its logic remains always random and indifferent towards responsibility. And this is why every war, no matter if its waged in the name of a nation, a population, a religion or democratic values, is opposed to every freedom. War is carried out against the people and requires a military apparatus, that also acts against the “own“ soldiers and therefore never has a liberating character. Today, where we don’t anymore ask ourselves the question if, but rather when will the open war arrive here and not express itself merely in the militarization of everyday life, we need – more urgently than ever – concrete struggles against mobilisation, militarization and militarism in all its facets and against obedience and religion. The repressive restructuring, the preparation of the permanent state of emergency, to legitimate itself and its “necessary“ measures, is proceeding and we will inevitably find ourselves at the point, at which the terrain will be occupied by soldiers – not only then we must ask ourselves what to do. We want to try out an open discussion, which is not getting lost in theory, but which is striving to develop ideas that are going towards a concrete, practical perspective of struggle in the own context. Related with the question of how we can link connections that are not getting their strenght out of assemblying beneath a name or frame of a campaign, but rather out...

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Encyclopédie des Nuisances – tyrany of velocity

FRIDAY 4:00 P.M. Taking travelling and mobility as an example this pamphlet against the “tyrany of velocity“ criticizes the technical progress beneath capitalist conditions, that promises more freedom, but to the contrary entraps us in always new dependencies. Under this given conditions faster public transport means don’t provide more time, which can be used freely, but rather contribute to the perfection of the hamster wheel of an allday life that is planned by reference to economic requirements. Starting from the book’s theses, that are shortly introduced, for example questions like these could be discussed: – Is it the capitalist use of technics, which we refuse, or are the existing means of production in itself as senseless or destructive, that they couldn’t be used in favor of a free humanity? – To what extent does it make sense or is it possible, to anticipate a less alienated use of means of production in daydreams or practical experiments here and now? – How do we deal with movements that are directed against technical major projects or other aspects of this progress, but which don’t question the entirety of the existing conditions? the text you can find at magazinredaktion Encyclopédie des Nuisances – Tyrannei der Geschwindigkeit FREITAG 16:00 UHR Am Beispiel des Reisens und der Mobilität kritisiert das Pamphlet gegen „die Tyrannei der Geschwindigkeit“ den technischen Fortschritt unter kapitalistischen Bedingungen, der mehr Freiheit verspricht, uns aber stattdessen in immer neue Abhängigkeiten verstrickt. Unter gegebenen Umständen bringen uns etwa schnellere Verkehrsmittel nicht mehr frei verfügbare Zeit, sondern tragen zur Perfektionierung des Hamsterrads eines nach ökonomischen Erfordernissen durchgetakteten Alltags bei. Ausgehend von den Thesen des Buches, die kurz vorgestellt werden sollen, können z.B. Fragen wie diese diskutiert werden: – Ist es die kapitalistische Anwendung der Technik, die wir ablehnen, oder sind die existierenden Produktionsmittel...

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Diskussion über Methodik und Notwendigkeiten

SAMSTAG 13:00 UHR Anarchist_innen fragen sich seit jeher wie ihre Ideen in Taten umgesetzt werden können. Dazu gehört aber auch, wie diese am besten verbreitet und vermittelt werden können. Wird dies als eine Notwendigkeit empfunden? Die Kriterien sind aber genauso unterschiedlich wie es Anarchist_innen sind, so wie die anarchistischen Strömungen selbst. Denn die Akzente werden nicht nur im eigenen Verhalten gegenüber sich selbst gestellt, sondern auch in der Auseinandersetzung mit allen Menschen, die um einen herum sind. Dies ist ein Moment, wo sich viele gesellschaftliche Widersprüche offenbaren und immer wieder auftreten. Wie konsequent und kohärent verhalten sich die Einzelnen und die Kollektive zu solchen Fragen? Es ist ein Fehler den direkten Angriff auf die Herrschenden von anderen Formen der Praxis zu trennen. Werden auf leicht konsumierbare Parolen abgeziehlt, die massentauglich sind oder wird die ewige Reproduktion szeneinterner Fetichismen selbstkritisch betrachtet? Wie kann eine radikale Praxis entstehen, der es darum geht Bewusstsein innerhalb und außerhalb anarchistischer Kreise aufzubauen? Wie wird die eigene Theorie mit der eigenen Praxis kontinuierlich überprüft und verbunden, um mit jeglichem politischen Konsumverhalten zu brechen, um eben nicht ständig auf das nächste Event, die nächste Demo, Soli-Party oder Aktion warten zu müssen. In der technologisierten modernen Gesellschaft, in der die Frage der Kommunikation, Agitation, Propaganda und Taten aufgrund von Entfremdung und bürgerlicher Individualisierung an Bedeutung verloren haben, kann ein weiteres mal die Frage gestellt werden, was eine anarchistische Praxis ausmacht und heutzutage noch bedeuten kann. Brauchen wir noch Plakate oder reicht Twitter aus, Sprayerreien oder Facebook, direkte Aktionen oder mediales Spektakel, Diskussionen oder Anonymität, sozialer Krieg oder Burgfrieden eines politischen Ghettos, welches sich als rebellisch und revolutionär präsentiert? SATURDAY 1:00 P.M.

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Encyclopédie des Nuisances – Tyrannei der Geschwindigkeit

FREITAG 16:00 UHR Am Beispiel des Reisens und der Mobilität kritisiert das Pamphlet gegen „die Tyrannei der Geschwindigkeit“ den technischen Fortschritt unter kapitalistischen Bedingungen, der mehr Freiheit verspricht, uns aber stattdessen in immer neue Abhängigkeiten verstrickt. Unter gegebenen Umständen bringen uns etwa schnellere Verkehrsmittel nicht mehr frei verfügbare Zeit, sondern tragen zur Perfektionierung des Hamsterrads eines nach ökonomischen Erfordernissen durchgetakteten Alltags bei. Ausgehend von den Thesen des Buches, die kurz vorgestellt werden sollen, können z.B. Fragen wie diese diskutiert werden: – Ist es die kapitalistische Anwendung der Technik, die wir ablehnen, oder sind die existierenden Produktionsmittel selbst so unsinnig oder destruktiv, dass sie für eine freie Menschheit gar nicht zu gebrauchen wären? – Inwiefern ist es sinnvoll bzw. überhaupt möglich, einen weniger entfremdeten Umgang mit Produktionsinstrumenten in Tagträumen oder praktischen Experimenten bereits im hier und jetzt vorwegzunehmen? – Wie gehen wir mit Bewegungen um, die sich gegen technische Großprojekte oder andere Aspekte dieser Entwicklung richten, die Gesamtheit der bestehenden Verhältnisse aber nicht infragestellen? den Text findest du bei magazinredaktion Encyclopédie des Nuisances – tyrany of velocity FRIDAY 4:00 P.M. Taking travelling and mobility as an example this pamphlet against the “tyrany of velocity“ criticizes the technical progress beneath capitalist conditions, that promises more freedom, but to the contrary entraps us in always new dependencies. Under this given conditions faster public transport means don’t provide more time, which can be used freely, but rather contribute to the perfection of the hamster wheel of an allday life that is planned by reference to economic requirements. Starting from the book’s theses, that are shortly introduced, for example questions like these could be discussed: – Is it the capitalist use of technics, which we refuse, or are the existing means of production in itself as senseless or destructive, that they couldn’t be used...

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